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Moritz Brosig (1815-1887)
14,30 EUR
Domkapellmeister in Breslau
Autor:
Rudolf Walter
Ausstattung:
60 Seiten, broschiert
Inhalt:
Unter den Domkapellmeistern des deutschsprachigen Raums in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts besaßen nur wenige ausreichende Standfestigkeit, um der historisierenden Bewegung des Cäcilianismus gegenüber eine selbständige Auffassung zeitgemäßer Kirchenmusik zu vertreten. Dazu gehörten Carl Greith, ab 1861 in St. Gallen, 1877-1887 in München, Gottfried von Preyer, 1852-1901 in Wien, und Moritz Brosig, 1854-1884 in Breslau. Davon waren Greith und Brosig auch kompositorisch tätig. Dommusiker anderer Diözesen schwenkten auf die Linie des Allgemeinen Cäcilienvereins ein, etwa Friedrich Koenen in Köln, Leopold Lumpp in Freiburg, Georg Viktor Weber in Mainz. Manche komponierten in zwei unterschiedlichen Stilen: cäcilianisch in Arbeiten für den Gottesdienst, zeitgemäßer in für selbständige Aufführungen vorgesehenen Vertonungen. So handelten u.a. Johann Gustav Eduard Stehle in St. Gallen, Joseph Renner in Regensburg, Joseph Maria Erb in Straßburg. Renner publizierte die cäcilianischen Beiträge unter dem Pseudonym Joseph Seffner. - Neben Erb, Renner und Stehle war Brosig einer der wenigen katholischen Kirchenmusiker seiner Zeit, die außer Vokalmusik eine größere Zahl von Orgelkompositionen publizierten. Eine weitere Parallele zu Brosig bildete der Südböhme Johann Evangelist Habert (aus Adalbert Stifters Geburtsort Oberplan stammend), der ebenfalls Chor- und Orgelwerke verfasste. Habert wirkte an der Pfarrkirche zu Gmunden am Traunsee in Oberösterreich. Angebote bedeutenderer Posten in Linz oder Wien hatte dieser zusätzlich publizistisch als Herausgeber einer Zeitschrift tätige Vorkämpfer einer zeitgemäßen Kirchenmusik abgelehnt.
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